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02.12.2011
Es ist 5:45 Uhr und noch stockdunkel in Herdecke. Während viele ihrer Altersgenossen sich noch einmal im Bett herumdrehen, beginnt Woike Spranz’ Arbeitstag heute schon morgens in der Früh. Die 19-Jährige absolviert derzeit ihr FSJ, ein Freiwilliges Soziales Jahr, über den DRK Kreisverband Unna in der Offenen Psychiatrie des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke und tritt ihren Dienst zur Frühschicht an.
Anderen Menschen zu helfen und mit Kindern zu arbeiten, das hatte Woike sich für ihre berufliche Zukunft schon seit der Schulzeit fest vorgenommen. Langweilig und einfach? Nicht mit Woike. Wer die lebensfrohe 19-Jährige kennt, merkt schnell, dass sie stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. Das zeigt schon ihr Lebenslauf: geboren in Australien, in das ihre Eltern vor 25 Jahren von Deutschland auswanderten, kehrte sie im Anschluss an die Highschool zu ihren Pateneltern nach Herdecke zurück. „Ich wollte meine Wurzeln erkunden und mich gleichzeitig beruflich orientieren“, erzählt Woike. Als ein angestrebtes psychologisches Praktikum nicht zustande kam und sie schon in Begriff war, wieder nach Australien zurückzukehren, machte sie eine gute Freundin schließlich auf das Freiwillige Soziale Jahr aufmerksam. Dieser gefiel das FSJ damals so gut, dass sie es in ihrem Freundeskreis voller Begeisterung weitererzählte. „Da sah auch ich plötzlich meine Chance, mit Kindern in einer psychiatrischen Einrichtung arbeiten zu können. Beim DRK Kreisverband in Unna hat man mir sofort eine Stelle vermittelt, die meinen Vorstellungen genau entsprach“, sagt die Australierin.
Seit dem 1. September absolviert Woike Spranz nun ihren Freiwilligendienst in der offenen Psychiatrie des Herdecker Gemeinschaftskrankenhauses. Ihrer Aufgabe, Zeit mit den Kindern dort zu verbringen und ihnen Beschäftigungsangebote zu bieten, kommt die FSJ’lerin mit großer Leidenschaft nach. „Trotz der teils tragischen Einzelschicksale freut es mich jeden Tag, den Nutzen meiner Arbeit in den lachenden Kindergesichtern zu sehen“, berichtet Woike nach einem Schwimmbadbesuch mit einigen Kindern voller Stolz.
Und auch die Abteilungsleitung des Krankenhauses zeigt sich hellauf begeistert von der jungen Frau: „Frau Spranz trägt mit ihrer aufgeschlossenen Art maßgeblich dazu bei, unser Fachpersonal hier zu entlasten und ist eine echte Bereicherung für uns“, berichtet Manfred Kneissl, Pflegedienstleiter der Psychiatrie, Psychosomatik und Pädiatrie.
Erst seit 2 Monaten ist Woike nun dabei, aber schon jetzt, sagt sie, hat ihr die Arbeit im FSJ geholfen, sich in ihrer beruflichen Entscheidungsfindung sicherer zu werden: „Ein Studium oder eine psychologische Ausbildung werde ich in einem Jahr auf jeden Fall machen. Das FSJ kann ich jedem, der sich orientieren möchte, wärmstens empfehlen.“