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18.07.2011
Die Beherrschung von Sprache ist wichtig für den schulischen Erfolg. Doch wie können Erzieher oder Pädogogen eine verbindliche Aussage darüber treffen, ob der Sprachstand eines Kindes seinem Alter entspricht? Der DRK-Kinderhort am Wuckenhof in Schwerte geht seit einigen Wochen einen neuen Weg – und nutzt eine neuartige Software. Diese erlaubt es ihnen, sich sogar darüber ein Bild zu machen, ob ein Kind mit Migrationshintergrund etwa auch schon in seiner Muttersprache Probleme hat. Für die Mitarbeiter im DRK-Kinderhort hängt hiervon in ganz erheblichem Maße ab, wie sie weiter vorgehen.
Jasmin (10) und Julia (7) sitzen heute zum ersten Mal vor dem Bildschirm. Gemeinsam mit ihrer Erzieherin Gina Kappeller klicken sie sich durch das selbsterklärende Sprachspiel „PiccoLOG“, das ihnen mit Hilfe von ansprechenden Animationen und bunten Zeichnungen kindgerechte Aufgaben stellt. Die Kindertageseinrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Unna sowie der Hort in Schwerte haben die Software seit einigen Wochen im Einsatz. Die Mitarbeiterinnen der Einrichtung nutzen diese, um sich ein objektives Bild darüber zu machen, wie gut ein Kind die Sprache versteht und spricht. Denn das war bislang insbesondere bei nicht deutschsprachigen Kindern ohne die Einbeziehung eines Dolmetschers sehr schwierig: „Verzögerungen in der Muttersprache können sich unmittelbar auf den Erwerb der Zweitsprache Deutsch auswirken“, schildert Heike Vogt, stellvertretende Leiterin des Horts. PiccoLOG bietet der Sozialpädagogin und ihren Kolleginnen die weltweit einzigartige Möglichkeit, das Sprachverständnis der Kinder in 16 Sprachen zu testen. Für die praktische Arbeit ein großer Vorteil: „Wenn wir bei einem Kind Nachholbedarf feststellen, können wir die Eltern darauf ansprechen“, berichtet Vogt.
Für die Arbeit in Kindergärten bietet PiccoLOG noch eine weitere Chance: Im Gegensatz zum Delfin4-Verfahren, mit dem Kinder im Alter von vier Jahren nur ein einziges Mal in einer Momentaufnahme getestet werden, lassen sich mit PiccoLOG die Entwicklungsstände regelmäßig abfragen. „So lassen sich Faktoren wie die Tagesform oder die Anwesenheit Fremder viel besser berücksichtigen“, schildert Volker Sassenberg, der das Diagnoseprogramm mitentwickelt hat. „Sprache ist der Spiegel der Bildung“, sagt er, „und PiccoLOG ist eine Möglichkeit, wie in NRW künftig die Sprachstandserfassung aussehen könnte.“ Jasmin und Julia jedenfalls sitzen immer noch mit großer Freude vor dem Monitor und haben ihren Spaß. Für Volker Sassenberg ist das kein Wunder: „Kinder lieben bunte, bewegte Bilder. Ich übrigens auch.“