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70 Jahre Genfer Konventionen: Einsatz für ein Mindestmaß an Humanität – auch im Krieg
12.08.2019 10:28

70 Jahre Genfer Konventionen: Einsatz für ein Mindestmaß an Humanität – auch im Krieg

Dass Kriege grundsätzlich nicht nur verboten sind, sondern auch unermesslich großes Leid über alle Betroffenen bringen, steht außer Frage. Und doch liefern die Nachrichten täglich neue Beispiele für Kriege, Besetzungen und Vertreibung.

Genau für diese bewaffneten Konfliktsituationen gibt es das „Humanitäre Völkerrecht“. Es kann den Krieg zwar nicht verhindern, aber soll zumindest dafür sorgen, dass die Zivilbevölkerung, ebenso wie verletzte und hilflose Streitkräfte – völlig unabhängig von Rasse, Farbe, Religion oder Glauben, Geschlecht, Geburt oder Vermögen – mit Menschlichkeit behandelt werden. 

Niedergeschrieben ist das Humanitäre Völkerrecht in seinem Herzstück: den Genfer Konventionen.

Erste Vereinbarungen hierzu gab es in Genf bereits 1864. Sie umfassten vor allem den Schutz von Verwundeten, die Neutralität der Sanitäter und das Rote Kreuz als anerkanntes Schutzzeichen. Doch mit der Weiterentwicklung von Waffen und Kriegsstrategien in den Weltkriegen wurden immer wieder Anpassungen nötig.

Die heute geltende Version wurde am 12. August 1949 unterzeichnet. Vor genau 70 Jahren!

Wir als Rotes Kreuz sind dankbar und froh, bei unserer Arbeit eine so starke und anerkannte Regelung im Rücken zu haben!

Die Historie & was das mit dem Roten Kreuz zu tun hat:

Die Idee des humanen Völkerrechts und somit die Grundlage der Genfer Konventionen stammt von Henry Dunant, der dem geneigten Rotkreuzler als Urvater der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bekannt sein dürfte.

1859 wurde der Schweizer Geschäftsmann im italienischen Solferino Zeuge einer blutigen Schlacht zwischen Österreichern, Franzosen und Italienern. Mehr als die Kämpfe selbst, schockierten ihn dabei, dass am Abend rund 40.000 Opfer aller Parteien unversorgt auf dem Schlachtfeld zurückblieben. 

In einem Buch verarbeitete Dunant später nicht nur das Gesehene, sondern forderte auch 2 konkrete Maßnahmen:

  1. Die Gründung einer Hilfsgesellschaft, deren Pflegepersonal auch im Kriegsfall neutral bleibt und alle Verwundeten gleichermaßen betreut.
  2. Internationaler Schutz für Pflegepersonal bei der Versorgung der Verwundeten.

Während mit dem ersten Vorschlag der Grundstein für die heutige Rotkreuzbewegung gelegt wurde, sorgte der zweite Vorschlag dafür, dass sich Ende Oktober 1863 in Genf erstmals 16 Ländern und 4 philanthropische Vereinigungen trafen und darüber sprachen, wie auch in Kriegszeiten ein Mindestmaß an Menschlichkeit gewahrt bleiben kann. 

Nur ein Jahr später – am 22. August 1864 – unterzeichneten die Vertreter von 12 diese Länder einen Vertrag mit dem Titel "Genfer Konvention zur Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde". Als Kennzeichen für das geschützte Pflegepersonal wurde das rote Kreuz auf weißem Grund gewählt.

Der aktuelle Stand…

Mittlerweile gibt es die vierte Version des Genfer Abkommens, dem außerdem noch drei Zusatzprotokolle hinzugefügt wurden. Denn immer wieder zeigten neue Kriege, dass die von Henry Dunant angeregten und später erweiterten Schutzbestimmungen bei modernen Waffen und strategischer Kriegsführung nicht ausreichten. 1949, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden deswegen das vierte, überarbeitete und ergänzte Genfer Abkommen verabschiedet, das auch heute noch in Kraft sind.

Zentraler Bestandteil ist aber noch immer an gleicher Stelle und im identischen Wortlaut der Artikel 3: "Personen, die nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Mitglieder der Streitkräfte, welche die Waffen gestreckt haben, und der Personen, die durch Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder irgendeine andere Ursache außer Kampf gesetzt sind, werden unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt, ohne jede auf Rasse, Farbe, Religion oder Glauben, Geschlecht, Geburt oder Vermögen oder auf irgendeinem anderen ähnlichen Unterscheidungsmerkmal beruhende Benachteiligung". (Art. 3 II GA I-IV)

…und die Zukunft:

Bis heute wurde das Abkommen von weltweit insgesamt 196 Staaten unterzeichnet. Eine tolle Bilanz, die uns dazu motiviert, die Verbreitung und Durchsetzung des humanitären Völkerrechtes weiter voranzutreiben, um so den Regeln der Menschlichkeit auch im Krieg Geltung zu verschaffen.

Sie wollen es gerne noch detaillierte wissen?

Die ganze „Geschichte einer Idee“ gibt’s – gesprochen von Tagesschaumoderator und DRK-Botschafter Jan Hofer – hier: https://www.youtube.com/watch?v=CdY-laqH0P0

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