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DRK -Kreisverband fordert Fortsetzung der Sprachförderung in Kitas: MdB Oliver Kaczmarek und MdL Silvia Gosewinkel zu Gast in der Bönener Kita Nordlicht
22.11.2022 08:06

DRK -Kreisverband fordert Fortsetzung der Sprachförderung in Kitas: MdB Oliver Kaczmarek und MdL Silvia Gosewinkel zu Gast in der Bönener Kita Nordlicht

Bundesweit sind 1/8 der Kindertageseinrichtungen „Sprachkitas“. Kitas, die aufgrund eines überdurchschnittlich hohen Anteils von Kindern mit sprachlichem Förderbedarf durch spezielle Sprachförderkräfte unterstützt werden. Im Kreis Unna sind es 1/3 und auch beim DRK-Kreisverband Unna erhalten 4 von 12 Kitas aktuell Fördermittel zur gezielten Sprachförderung. Eine Zahl, die sehr deutlich macht, wie dringlich das Thema gerade in unserer Region ist.

Dabei ist die Zielgruppe der Sprachförderung deutlich breiter, als man auf den ersten Blick vermuten könnte und betriff Kinder aus deutschsprachigem Elternhaus ebenso wie Kinder mit anderen Muttersprachen. „Gerade durch Corona wurden viele Kinder vergessen und benötigen jetzt zusätzliche Unterstützung“, erklärt Sandra Weniger, Leiterin der DRK-Kita Puzzlekiste. „Wir arbeiten z.B. daran, ihren Wortschatz zu erweitern oder Zusammenhänge zwischen Worten und Dingen zu erkennen.“

Umso größer war beim DRK-Kreisverband als Kita-Träger und seinen pädagogischen Mitarbeitenden der Schock, als die Bundesregierung Mitte des Jahres das Auslaufen des Erfolgsprogrammes bekannt gab. Durch die Zusage der Übergangsfinanzierung bis Juli 2023 gibt es nun zwar eine vorübergehende Entspannung. Doch spätestens im März oder April werden sich die ersten geförderten Sprach-Fachkräfte ggf. nach alternativen Arbeitsplätzen umschauen.

„Gerade in Zeiten von großem Fachkräftemangel, wo jeder Träger darum verlegen ist, seinen Mitarbeitenden möglichst attraktive, spannende Stellen zu bieten und sie mit interessanten Aufgabenprofilen an die Organisation zu binden, ein echtes Problem“, sind sich die beiden Bönener DRK-Kita Leitungen Claudia Meininghaus (Nordlicht) und Sandra weniger (Puzzlekiste) einig. Schließlich wurden die pädagogischen Mitarbeitenden gezielt für die Sprachförderung ausgebildet und möchten diese Kenntnisse nun auch in der Praxis anwenden.

Um diese Sorge direkt aus der Praxis an die Politik zu kommunizieren, hatte der DRK-Kreisverband Unna am vergangenen Freitag zum Praxisgespräch in die Kita Nordlicht geladen. Vor Ort begrüßten Michael Makiolla, der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes, und Christine Scholl, DRK-Kreisgeschäftsführerin, den Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek (SPD) und die Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel (SPD).

Interessiert ließen sich die beiden Politiker*innen berichten, was genau die Sprachförderkräfte in Bönen leisten. So ist ihre Aufgabe nicht nur die alltagsintegrierte Arbeit in den Gruppen oder mit einzelnen Kindern. Mindestens ebenso wichtig ist der enge Kontakt zu den Eltern. Denn: „sie müssen unsere Arbeit verstehen und wissen, was wir in der Einrichtung aus welchen Gründen machen“, um in einer funktionierenden Erziehungs-Partnerschaft zusammenzuarbeiten, erklären die Kita-Leiterinnen. „Wenn die erste Ansprache nicht gelingt, ist es oft schwer, den Kontakt wieder herzustellen und zum Wohle des Kindes in einen echten Austausch zu kommen.“

Außerdem fungieren die Sprachkräfte als Multiplikator*innen. „Über das Programm haben die Kolleg*innen bisher Zugang zu einer tollen Material- und Austausch-Plattform“, erklärt Sandra Weniger. Die dort gewonnen Erkenntnisse bereiten die Sprachpädagog*innen für ihre Kolleg*innen auf, geben immer wieder neue Impulse ins Team und sorgen so dafür, dass auch alle anderen Erzieher*innen im Kita-Alltag verstärkt an der Sprachfähigkeit ihrer Schützlinge arbeiten können.

Wichtig ist es deshalb, nicht nur die Stellen selbst zu erhalten, sondern auch die dahinter liegenden Strukturen, wie Plattformen, Materialsammlungen und Netzwerke fortzuführen.
„Der Bund darf die Sprachförderung nicht dauerhaft fördern. Durch das zusätzliche halbe Jahr verschaffen wir uns etwas Luft. Aber danach muss nun das Land tätig werden und Wege zur Finanzierung finden.“, erklärt Kaczmarek.

Das Stichwort für Silvia Gosewinkel, die seit diesem Jahr Landtagsabgeordnete für die SPD ist und als studierte Logopädin kaum mehr von der Wichtigkeit des Themas überzeugt werden muss. „Wortschatz ist Weltwissen“, betont sie und fordert von der Landesregierung NRW klare Zusagen zur Fortsetzung des Förderprogrammes. Mit dem Antrag unserer Fraktion unter dem Titel „Sprachkitas nicht im Regen stehen lassen!“ haben wir das bereits Ende September sehr deutlich gemacht.“

Jetzt gilt es dran zu bleiben! Dies zu tun versprechen beide Politiker*innen nach einem regen Austausch und wollen die Sorgen der Praxis in ihre weiteren Beratungen einbringen.
Um im Anschluss selbst noch einen kleinen Beitrag zur Sprachförderung zu leisten, griffen sie passend zum bundesweiten Vorlesetag selbst zum Buch und lasen den begeisterten kleinen Zuhörer*innen – untermalt von bunten Bildern – die Geschichten vom Regenbogenfisch und Elmar dem Elefanten vor.

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